Monat: Dezember 2025

Wurzelläuse bei Sukkulenten bekämpfen

So rettest du deine Hauswurz!

Hallo liebe Sempervivum-Freunde,
in den letzten Jahren, besonders seit den heißen Sommern ab 2018, melden viele Sammler ein lästiges Problem: Wurzelläuse (auch Wurzel-Schildläuse oder Root Mealybugs genannt). Diese kleinen Plagegeister verstecken sich unter der Erde, saugen an den Wurzeln und schwächen eure robusten Hauswurz-Pflanzen. Symptome? Verlangsamtes Wachstum, gelbliche Blätter oder plötzlich welkende Rosetten – oft erst beim Umtopfen entdeckt. Keine Panik: Mit der richtigen Methode könnt ihr den Befall meist gut in den Griff bekommen. Hier mein bewährter Guide, speziell für Sukkulenten wie Sempervivum.
 
Keine Panik: Mit der richtigen Methode könnt ihr den Befall meist gut in den Griff bekommen. Hier mein bewährter Guide, speziell für Sukkulenten wie Sempervivum.

So erkennt ihr Wurzelläuse

Die Läuse sind winzig (1–3 mm), weißlich und mit watteartigen Wachsausscheidungen bedeckt. Sie sitzen direkt an den Wurzeln oder im Substrat.

Die beste Bekämpfung:

Mechanisch und gründlich Chemie ist bei Sukkulenten oft riskant – besser auf Umtopfen und Reinigen setzen!

1.Pflanze vorsichtig austopfen

Schüttelt die alte Erde ab und spült die Wurzeln unter lauwarmem Wasser gründlich ab (z. B. mit der Duschbrause). So entfernt ihr die meisten Läuse und Eier.

2.Wurzeln trocknen lassen

Legt die gereinigte Pflanze 1–2 Wochen an einen schattigen, luftigen Platz. Das tötet verbliebene Läuse ab.

3.In frisches Substrat umtopfen

Nutzt ein mineralisches, gut drainierendes Gemisch (z. B. mit Perlit, Bimskies).

Super Tipp: Mischt Kieselgur (Diatomeenerde) unter – sie schädigt die Läuse mechanisch und wirkt vorbeugend.

 

Natürliche Hilfsmittel
  • Taucht die Wurzeln in eine milde Seifenlösung (z. B. Schmierseife).
  • Gießt mit Brennnessel- oder Rainfarntee – stärkt die Pflanze.
  • Bei leichtem Befall: 70%igen Alkohol verdünnt verwenden.
Vorbeugung ist Gold wert
  • Immer trockenes, drainierendes Substrat verwenden.
  • Neue Pflanzen quarantänieren und Wurzeln prüfen.
  • Regelmäßig umtopfen und kontrollieren.
Bei sehr starkem Befall oder wertvollen Raritäten leider manchmal besser entsorgen, um die Sammlung zu schützen.
 
Bleibt grün und gesund,
Euere Maya 🌵🌸
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Hypertufa Wanne mit Burg

Hypertufa Schalen selber machen:

DIY-Anleitung für rustikale Pflanzschalen mit Sempervivum und Jovibarba

Hypertufa Schalen herstellen – Leichte, frostharte Pflanzgefäße aus weißem Zement und Vermiculite für Hauswurzen (Sempervivum) und Donarsbärte (Jovibarba)
 
Hypertufa (auch Torfbeton genannt) ist ein genialer, leichter Kunststein, der wie natürlicher Tuffstein wirkt. Er eignet sich perfekt für robuste Sukkulenten wie Sempervivum (Hauswurzen) und Jovibarba (Donarsbärte). Diese Pflanzen lieben die poröse Struktur, die hervorragende Drainage bietet und Staunässe verhindert – ideal für frostharte Alpinpflanzen. Ich habe meine Schalen meist mit weißem Zement und Vermiculite gemacht: Das ergibt eine helle, edle Optik, super Leichtigkeit und tolle Wasserspeicherung.
Hypertufa_Schale_bepflanzt_2015
Selber machen spart Geld und macht Spaß – fertige Hypertufa-Schalen sind teuer, aber mit dieser Anleitung gelingen sie dir easy zu Hause.

Warum Hypertufa-Schalen für Sempervivum und Jovibarba?

  • Optimale Drainage und Porosität: Verhindert Wurzelfäule, speichert Feuchtigkeit und lässt überschüssiges Wasser abfließen.
  • Leicht & frosthart: Perfekt für Balkon, Terrasse oder Steingarten – halten Winter ohne Risse (bei guter Mischung).
  • Natürlicher Look: Rustikal-alt, passt super zu Sempervivum-Rosetten und den rollenden Kindeln von Jovibarba.
  • Nachhaltig & günstig: Mit weißem Zement wirkt es heller und moderner.
Materialien für 2-3 mittelgroße Hypertufa-Schalen
  • Weißer Portlandzement (ca. 5-10 kg)
  • Vermiculite (oder Perlite für noch mehr Leichtigkeit)
  • Optional: Kokosfaser oder Torfmoos für Textur (Kokosfaser ist umweltfreundlicher)
  • Wasser
  • Formen: Zwei Plastikbehälter (Außen- und Innenform, z.B. Mörtelkübel + kleiner Topf)
  • Plastikfolie, Handschuhe, Staubmaske
Bestes Rezept: Weißer Zement mit Vermiculite (meine Empfehlung)
 
Mein Favorit: 2 Teile weißer Zement : 3 Teile Vermiculite. Das macht die Schalen besonders leicht, hell und drainagestark.Alternative Klassiker:
  • 1:1:1 (Zement : Vermiculite/Perlite : Kokosfaser/Torf)
  • Für mehr Stabilität: Etwas Sand oder Glasfasern hinzufügen
Mische trocken, dann Wasser bis zur Konsistenz von feuchtem Knetteig (nicht tropfend!).
Hypertufa Schale selbst gemacht rund
Hypertufa Sitz-Wanne selbst gemacht
Hypertufa Schale selbst gemacht eckig
Hypertufa Schale selbst gemacht

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hypertufa Schalen fertigen

  1. Vorbereitung: Arbeite draußen, trage Schutzkleidung. Außenform mit Folie auslegen.
  2. Masse anrühren: Trockene Zutaten mischen, Wasser langsam zugeben.
  3. Formen: 3-5 cm dicke Schicht in die Außenform drücken. Innenform einsetzen und Zwischenraum füllen. Drainage-Löcher einplanen!
  4. Aushärten: 24-48 Std. feucht abgedeckt ruhen lassen.
  5. Entformen & Nachbehandlung: Formen entfernen, 1-2 Wochen feucht halten und wässern (spült Kalk aus). Mit Drahtbürste für Struktur bearbeiten.
  6. Bepflanzen: Mineralisches Substrat (Bims, Lava, Splitt + wenig Erde) einfüllen. Sempervivum und Jovibarba einsetzen – sie überhängen schön den Rand!
Formen Idee für Hypertufa
Tipps für perfekte Hypertufa-Schalen
  • Weißer Zement + Vermiculite: Superleicht für Balkone, hellere Farbe.
  • Jovibarba-Arten mit rollenden Kindeln: Ideal für flache Schalen.
  • Frostsicher: Immer gute Drainage – im Winter draußen lassen.
  • Variationen: Kleine Pinch-Pots frei formen oder große Tröge formen.
Hier ist bisher mein größtes Hypertufa-Projekt. ☺
Form
Keine Löcher bohren
Erste Mischung
Zwergl, passte auf
Fertig geformt
Loch nicht vergessen
Aufgeformt
Noch schön trocknen lassen
Fertig bepflanzt
mit allem was mir damals so in die Finger viel 😅
Hypertufa selber machen ist süchtig machend! 
Viel Erfolg beim Basteln! 🪴🌵
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Warum gibt es bei Hauswurzen keine offiziell registrierten Sorten – und wie entsteht die riesige Vielfalt?

Wie entsteht die riesige Vielfalt?

Hallo zusammen!
Nach meinem letzten Beitrag zur Auswahl der richtigen Sempervivum-Sorte (Hauswurz oder Steinrose) habe ich oft die Frage bekommen: „Warum spricht man bei über 7000 Sorten immer von ‚benannten‘ oder ‚Kultivaren‘, aber nie von offiziell registrierten?“ Und direkt dahinter: „Wie kann aus einer einzigen Aussaat so eine gigantische Vielfalt entstehen?“
 
Das sind super spannende Themen, die perfekt zur Sammelleidenschaft passen.
 
Hier ein separater Beitrag dazu – mit etwas Hintergrundwissen aus der Community und Züchterkreisen.
 

1. Keine offizielle Registrierung – warum eigentlich nicht?

 
Viele Pflanzengattungen (z. B. Rosen, Orchideen oder Lilien) haben eine International Cultivar Registration Authority (ICRA) – eine offizielle Stelle, die neue Sortennamen prüft, Duplikate vermeidet und alles zentral dokumentiert. Das läuft unter dem International Code of Nomenclature for Cultivated Plants (ICNCP).
Bei Sempervivum gibt es so etwas nicht.
Früher (bis ca. Mitte der 1990er) übernahm die britische Sempervivum Society diese Aufgabe: Züchter schickten Namen, Beschreibungen und manchmal sogar eine Rosette ein, die Society prüfte und veröffentlichte offizielle Beschreibungen. Aber die Society existiert nicht mehr, und niemand hat die Rolle als ICRA übernommen.
Heute wird die Namensvergabe inoffiziell und community-basiert gehandhabt. Die wichtigste Quelle ist die private Sempervivum-Liste (www.sempervivum-liste.de) – ein Projekt passionierter deutscher Sammler. Dort werden neue Namen gemeldet, auf Doppelungen geprüft und mit Fotos dokumentiert. Viele Züchter orientieren sich daran, um Chaos zu vermeiden. Ähnlich gibt es internationale Foren oder Datenbanken wie Garden.org.
Fazit: Die oft genannte Zahl „über 7000 Sorten“ basiert auf diesen community-Listen – es sind benannte Kultivare, aber keine offiziell registrierten. Das macht die Sache etwas wilder, aber auch charmanter: Jeder Züchter kann kreativ sein, solange der Name neu und die Pflanze stabil ist.

2. Die gigantische Vielfalt – oft schon in einer einzigen Aussaat!

Sempervivum sind extrem hybridisierungsfreudig. Die meisten Kultivare sind Hybriden (Kreuzungen zwischen Arten oder anderen Kultivaren). Und genau das führt zu der explosiven Vielfalt:

  • Leichte Kreuzbestäubung: Insekten (oder der Wind) bestäuben die Blüten mühelos. Wenn verschiedene Sorten nebeneinander blühen, entstehen automatisch gemischte Samen.
  • Hohe genetische Variabilität: Aus einer einzigen Kapsel (oder einer kontrollierten Handbestäubung) keimen Hunderte Sämlinge – und fast jeder sieht anders aus! Farben (von Grün über Rot bis fast Schwarz), Rosettengröße, Behaarung, Spinnweb-Fäden usw. variieren stark.
  • Selektion durch Züchter: Viele Sammler säen gezielt aus, beobachten die Sämlinge jahrelang und benennen nur die schönsten/stabilsten. So entstehen Jahr für Jahr neue Kultivare.

Gib hier deine Überschrift ein

Beispiel: Eine Kreuzung aus einer roten und einer grünen Sorte kann Sämlinge mit allen Schattierungen dazwischen produzieren – plus unerwartete Effekte wie stärkere Behaarung oder ungewöhnliche Formen.
 
Das ist der Grund, warum viele kommerzielle „Hauswurz-Samen“ so bunte Mischungen ergeben – und warum passionierte Sammler nie aufhören können: Jede Aussaat ist wie eine Lotterie mit lauter Gewinnen! 😍
 
Wer selbst mal hybridisieren möchte: Im Sommer einfach mit einem Pinsel Pollen von einer Blüte auf eine andere übertragen, Samen ernten und im Frühjahr aussäen. Aber Achtung – Suchtgefahr!

Wer oder was ist der Diehmor?

Der „Diehmor“ ist eine umfangreiche, alphabetisch geordnete Online-Datenbank aller bekannten Sempervivum-Kultivare (und teilweise Naturformen), inklusive Beschreibungen, Züchterangaben, Herkunft und oft Fotos.
Er wird von Horst Diehm (Spitzname „Semperhorst“) gepflegt und ist auf seiner Website www.semperhorst.de zu finden (z. B. untergliedert nach Buchstaben A–Z).

Warum war der Diehmor früher DAS Nachschlagewerk?

  • Die sempervivum-liste.de existiert erst seit 15. Dezember 2009 (gestartet 2008 im Forum).
  • Der Diehmor ist deutlich älter – er wurde schon in den 1990er/2000er Jahren aufgebaut und war jahrelang die einzige wirklich umfassende Sammlung von Kultivar-Infos im deutschsprachigen Raum.
  • Viele ältere Sammler schwören immer noch darauf, weil er sehr detailliert ist und teilweise Infos enthält, die anderswo schwer zu finden sind.
  • Selbst auf der sempervivum-liste.de wird Horst Diehm als wichtiger Züchter/Sammler erwähnt und der Diehmor als unverzichtbar bezeichnet.

Heute ergänzen sich beide super: Die sempervivum-liste.de ist moderner, community-basiert und hat mehr Fotos, aber der Diehmor bleibt ein Klassiker und eine echte Institution in der Hauswurz-Szene.Falls du mal reinschauen möchtest: Direkt zur Titelseite geht’s hier lang: http://www.semperhorst.de/Diehmor%20Titelseite/Titelseite%20Diehmor.htm

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jovibarba-heuffelii-Phoenix-zuechter-andre-smits

Martin Haberer & André Smits – Legenden der Hauswurz-Züchtung

Zwei absolute Legenden der Szene.

Hallo zusammen!
Die Hauswurz-Szene (Sempervivum und Jovibarba) hat viele talentierte Züchter – aber zwei Namen stechen für mich besonders heraus: Martin Haberer und André Smits. Ihre Hybriden prägen bis heute viele Sammlungen…
 
Im letzten Beitrag habe ich über die fehlende offizielle Registrierung von Sempervivum-Sorten und die explosive Vielfalt durch Hybridisierung gesprochen. Die Szene hat viele engagierte Züchter hervorgebracht – von Pionieren wie Georg Arends oder international Helen Payne bis zu aktuellen Namen wie Volkmar Schara und Erwin Geiger. Heute stelle ich zwei absolute Legenden vor, deren Arbeit mich persönlich am meisten geprägt hat: Martin Haberer und André Smits. Beide haben mit Tausenden Hybriden die Hauswurz- und Jovibarba-Welt bereichert – und leider aus Altersgründen ihre riesigen Sammlungen aufgegeben. Viele ihrer Schätze leben aber weiter in privaten Kollektionen wie meiner.
 
Hier ein paar schöne Beispiele für Sorten und Rosetten aus ihren Züchtungen
Iwo / Martin Haberer
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Red Nicole / André Smits

Martin Haberer – der „Sempervivum-Präsident“ aus Deutschland

Martin Haberer aus Nürtingen-Raidwangen hatte eine der größten Sammlungen Europas: Über 2500 Sorten! Er war ein Meister der gezielten Kreuzungen und hat unzählige Klassiker geschaffen. Schon um 2018 herum hat er seine Sammlung stark reduziert und größtenteils abgegeben – aus Altersgründen wurde die Pflege einfach zu viel.
 
Besonders bei Jovibarba heuffelii war er konsequent: Er gab Rosetten nur ab, wenn sie vollständig entwickelt waren. Wie er mir damals persönlich sagte: „Es dauert manchmal 2–3 Jahre, bis eine Rosette einer gewünschten Sorte zur Abgabe bereit ist.“ Teilen mit dem Messer nur im Notfall, weil das die Pflanze stresst und die typische Form beeinträchtigen kann. So blieben seine Pflanzen immer authentisch und robust.
 

André Smits – der Jovibarba-König aus Belgien

 
André Smits hatte die wohl größte private Sempervivum-Jovibarba-Sammlung weltweit – mit Tausenden Hybriden in intensiven Farben und Formen. 2019 gab er seine Sempervivum-Sammlung auf, und im Frühjahr 2021 folgte dann auch die Jovibarba-Kollektion. Auch hier: Altersgründe.
 
Ähnlich wie bei Haberer schickte er bei nicht verfügbaren Sorten oft einen Hinweis auf dem Begleitzettel: „Nächstes Jahr eventuell“. Er wartete lieber, bis die Rosetten ausgereift waren – Qualität vor Quantität.
 
Und hier noch ein paar typische ausgewachsene Jovibarba heuffelii-Rosetten (so wie Haberer und Smits sie abgegeben haben – groß, stabil und farbintensiv):
Ziggy / André Smits
Quasimodo / Martin Haberer
Das Schöne: Viele dieser Originalpflanzen sind heute noch in Sammlungen wie meiner zu finden – direkt von Haberer und Smits bezogen. Sie sind nicht nur schön, sondern auch genetisch nah am Ursprung. Leider sieht man im Handel heute oft früher geteilte Rosetten, die nicht so prächtig werden.
 
Kennt ihr Sorten von diesen beiden Züchtern? Oder habt ihr ähnliche Erfahrungen mit anderen „alten“ Sammlern gemacht? Teilt gerne in den Kommentaren – ich freue mich auf eure Geschichten!
 
Viel Spaß weiterhin mit euren Hauswurzen und Jovibarba! 🌵
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Sempervivum Rosetten bunte Sorten

Welche Hauswurz-Sorte passt zu mir?

Ein paar Sempervivum-Tipps für Anfänger und Sammler.

Hallo zusammen!
Als leidenschaftlicher Sempervivum-Sammler (auch Hauswurz oder Steinrosen genannt) kenne ich das Gefühl nur zu gut: Man steht vor einer riesigen Auswahl und fragt sich, wo man anfangen soll. Es gibt über 60 Arten und mehr als 7000 registrierte Sorten – die Vielfalt ist überwältigend! Aber keine Sorge: Die meisten Sempervivum haben ähnliche Pflegeansprüche (volle Sonne, durchlässiger, magerer Boden und wenig Wasser). Die Wahl hängt hauptsächlich von Ästhetik, Wuchsform und deinem geplanten Standort ab.
In diesem Beitrag gebe ich dir praktische Tipps, wie du die passende Sorte findest. Viel Spaß beim Stöbern!

1. Farbe und Färbung – der größte Hingucker

Sempervivum gibt es in allen erdenklichen Tönen: von frischem Grün über Blaugrün und Grau bis zu intensiven Rot-, Violett- und fast schwarzen Nuancen. Viele Sorten verändern ihre Farbe je nach Sonneneinstrahlung, Trockenstress oder Jahreszeit – im Winter oder bei starker Sonne werden sie oft noch intensiver.
Tipp: Rote Sorten wie ‚Ruby Heart‘ bringen tolle Kontraste, während grüne oder blaue für ein ruhigeres Bild sorgen. Starte mit einer Mischung, um zu sehen, was dir am besten gefällt!

2. Rosettengröße und Wuchsform

  • Kleine Rosetten (bis 5 cm): Perfekt für enge Plätze wie Mauerritzen oder Mini-Arrangements.
  • Mittlere bis große Rosetten (bis 20 cm): Ideal als Solitär oder in Steingärten.
  • Wüchsigkeit: Manche werfen schnell viele Ableger und eignen sich super als Bodendecker. Andere bleiben kompakt – gut für begrenzte Sammlungen.
Besonders faszinierend: Die Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) mit ihren weißen Fäden, die wie ein Spinnennetz aussehen.

3. Der richtige Einsatzort

Sempervivum sind extrem robust, aber der Standort entscheidet über den Erfolg:
  • Steingarten oder Trockenmauer: Robuste, flächendeckende Sorten mit mittlerer Größe.
  • Töpfe, Schalen oder kreative Container: Hier kannst du mit Farben und Größen spielen – ein bunter Mix sieht immer toll aus!
  • Extremstandorte (z. B. Dachbegrünung): Klassiker wie Sempervivum tectorum halten Hitze und Kälte stand.
  • Wichtig: Kein Schatten und keine Staunässe – das mögen sie gar nicht!

4. Tipps beim Kauf und Start

  • Kaufe am besten benannte Sorten bei Spezialgärtnern, wenn du genaue Farben und Formen willst. Baumarkt-Mischungen sind günstig, aber oft weniger spektakulär.
  • Achte auf gesunde Pflanzen: Feste, farbintensive Rosetten ohne Faulstellen.
  • Mein Rat: Fang mit 5–10 verschiedenen Sorten an. So entdeckst du schnell deine Favoriten und was bei deinem Klima am besten gedeiht.
Am Ende ist es pure Geschmackssache – und oft der Anfang einer echten Sammelleidenschaft.
Viele meiner Schätze stehen mittlerweile auf alten Holzpaletten – die sind super praktisch, weil man sie stapeln und als Tischchen nutzen kann, und geben dem Ganzen einen schönen rustikalen Look.😊
 
Viel Erfolg beim Auswählen und Pflegen eurer Hauswurzen! 🌵
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Jovibarba heuffelii Rosette Lila in Teilung

Jovibarba heuffelii: Warum nichts für Anfänger?

Der weise Rat vom deutschen Semps-Gott Martin Haberer

– und warum ich nach Jahren nur nicken kann.
Ach ja, und dann war da dieser eine Kontakt, der mir nicht nur mit seltenen Jovibarba heuffelii geholfen hat, sondern auch mit einer ordentlichen Portion Lebenserfahrung: Martin Haberer, der deutsche Semps-Gott höchstpersönlich.
Als ich ihn damals angeschrieben habe, kam nicht nur eine blitzschnelle Antwort mit ein paar absoluten Traum-Sorten – er hat mir auch eine Menge wertvoller Tipps gegeben. Unter anderem hat er mir gleich zu Beginn gesagt:
 
Jovibarba heuffelii sind eigentlich nichts für Anfänger. Sie sind zwar pflegeleichter als viele denken, aber extrem schwer voneinander zu unterscheiden.“
 
Und verdammt, nach all den Jahren kann ich das nur mit voller Überzeugung bestätigen. Diese flauschigen Verführer sehen sich teilweise so ähnlich, dass man manchmal eine Lupe, perfektes Licht, jahrelange Erfahrung und eine gute Portion Geduld braucht, um sicher zu sagen: „Okay, das ist definitiv ‚Rauhreif‘ und nicht ‚Schneekönigin‘ oder irgendeine obskure No-Name-Nachzucht.
 
Die Behaarung kann je nach Licht, Jahreszeit und Standort variieren, die Farben spielen einem Streiche, und manche Sorten werfen plötzlich völlig andere Rosetten als erwartet. Anfänger (so wie ich damals einer war) denken oft: „Ach, die sehen doch alle gleich aus, Hauptsache flauschig.“ Und zack – schon hat man eine Sammlung voller Doppelgänger und fragt sich monatelang, was man eigentlich genau besitzt.
 
Im Laufe der Zeit habe ich außerdem bemerkt, dass viele Sammler, die anfangs euphorisch nach heuffelii gesucht und gekauft haben, nach einiger Zeit die Pflanzen leider wieder abgaben. Der eine fand sie nichts Besonderes, weil „die alle gleich aussehen“, andere waren frustriert, weil sie zu langsam wuchsen, oder es gab einfach andere Gründe. Genau das macht Martins Warnung so treffend: Ohne den richtigen Biss und die Geduld für die feinen Unterschiede verliert man schnell die Lust.
 
Vielen Dank, Martin, für die offene Warnung! 😊
Für alle, die trotzdem dranbleiben: Es lohnt sich wirklich – diese wunderbar rosettig wachsenden Schönheiten sind einfach die absolute Königsklasse unter den Hauswurzen!
Hier ein paar Beispiele, die perfekt zeigen, wie täuschend ähnlich (und doch unterschiedlich) die schönen Jovibarba heuffelii Sorten sein können:
Vergleiche ähnlicher Sorten – man sieht sofort, warum viele Anfänger kapitulieren:
Almannnagja
Jovi King
Namib
Zeus
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heuffelii ex Partizansky Planina-Rosetten

Wilde Schönheiten

Meine Sammlung natürlicher Hauswurz- und Jovibarba-Formen 🌿🏔️

Hallo liebe Sukkulenten-Freunde!
Während die meisten meiner Galerien voller bunter, gezüchteter Sorten stecken (die ich natürlich auch über alles liebe ❤️), gibt es auf meiner Seite jetzt eine ganz besondere Ecke: die Naturformen-Galerie. Hier zeige ich euch meine Schätze direkt aus der Wildnis – echte Standortformen von Jovibarba und Sempervivum, die ich über die Jahre zusammengetragen habe.
 
Warum Naturformen? Ganz einfach: Sie sind die Ursprünge all der prächtigen Kultivare. Robust, anpassungsfähig und voller natürlicher Vielfalt – ohne Züchterhand, nur durch Evolution geformt. Keine zwei Rosetten sind wirklich gleich, und jede erzählt eine Geschichte von rauen Bergen, felsigen Hängen und extremen Bedingungen.

Die „Roller“ aus der Natur – Jovibarba globiferum 🔄

Die klassischen Roller mit ihren kugeligen Kindeln, die bei der kleinsten Berührung wegrollen und neue Plätze erobern. Von alpinen Formen wie ssp. allionii (Col de la Cayolle) bis zu behaarten Varianten aus den Karpaten und Mecsek-Bergen – pure Überlebenskunst!

Jovibarba heuffelii – Wildformen aus dem Balkan 🏔️

Kompakte Klumpenbildner (Tuffs) mit intensiver Färbung und extremer Robustheit. Von Domogled über Pirin bis Pelister – diese Pflanzen meistern Hitze, Trockenheit und steinige Böden wie keine anderen.

Sempervivum Naturformen – Alpine Raritäten 🌄

 
Hier kommen die Hauswurz-Wildlinge dazu: Von der behaarten pittonii über die gelb blühende wulfenii bis zu marmorierten erythraeum-Formen aus Bulgarien (Rila-Gebirge, Stopanstvo, Yondol). Und ja, auch seltene Schätze wie atlanticum aus dem Atlas oder furseorum aus der Türkei.
 
Jede Pflanze hat ihren eigenen kurzen Text mit Fundort und Besonderheiten – einfach durchklicken und staunen! Die Galerie wird natürlich weiter wachsen, genau wie in der Natur. ✨
 
Und nein, meine Huskys haben diesmal nicht mitgesammelt (obwohl sie sicher gerne mitgekommen wären 🐕), aber sie passen immer noch auf, dass keine Rosette verloren geht.
 
Viel Freude beim Stöbern – und vielleicht entdeckt ihr ja euren neuen Liebling unter den wilden Schönheiten! 💚
Eure Maya
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rostachys spinosa Rosetten im Herbst – äußere Blätter werden braun

Orostachys im Winter

Tot oder nur im Winterschlaf?

Viele Succulenten-Fans erleben jedes Jahr dasselbe Drama:
Im Herbst verfärben sich die schönen Orostachys-Rosetten plötzlich braun, schrumpfen zusammen, die Blätter werden papierartig dünn und trocken – und spätestens im Dezember sieht die Pflanze aus, als wäre sie mausetot. Die meisten greifen dann zur Schere oder werfen den Topf gleich ganz weg.
Großer Fehler! Das ist nämlich kein Sterben, sondern das ganz normale „Winterkleid“ der Orostachys.
Orostachys spinosa Rosetten im Sommer
Orostachys spinosa Rosetten im Sommer
Orostachys spinosa Rosetten im Herbst – äußere Blätter werden braun
Orostachys Rosetten im Herbst – äußere Blätter werden braun

Was passiert wirklich?

Die meisten Orostachys-Arten (z. B. Orostachys japonicus, O. malacophylla, O. spinosa, O. chanetii oder der beliebte „Iwarenge“-Klon) sind in den kühlen Bergregionen Ostasiens heimisch. Dort müssen sie Frostperioden überstehen.
 
Im Herbst beginnt bei Orostachys ein faszinierender Prozess: Die prächtigen Sommerrosetten ziehen sich gezielt zurück. Die äußeren Blätter vertrocknen nach und nach, werden papierartig dünn und braun – sie sterben kontrolliert ab. Was auf den ersten Blick wie das Ende der Pflanze aussieht, ist in Wahrheit ein cleverer Überlebensmechanismus.
 
Die Basis der Rosette bleibt jedoch erhalten. Dort, oft versteckt zwischen den Resten der alten Blätter, bildet die Pflanze winzige Überwinterungsknospen – manche kaum größer als 2–5 mm und mit bloßem Auge kaum zu erkennen.
 
Diese kleinen Knospen sind echte Frostkünstler: Sie halten Temperaturen von -20 °C und tiefer problemlos aus. Die trockenen, braunen Blätter, die viele als „tot“ empfinden, haben dabei eine wichtige Aufgabe: Sie wirken wie eine natürliche Isolierschicht und schützen die empfindlichen Knospen zusätzlich vor Kälte, Wind und Austrocknung.
 
So überwintert Orostachys – nicht als grüne Rosette, sondern als unscheinbares, aber hoch effizientes „Winterpaket“. Im Frühling schlüpfen aus genau diesen kleinen Knospen dann wieder frische, lebendige Pflanzen. Ein echter Beweis, wie genial die Natur manchmal „Abschied“ und Neubeginn verbindet! 🌱❄️
 
Deshalb sieht die Pflanze im Winter aus wie ein Haufen vertrocknetes Laub – aber unter diesem unscheinbaren Schutz schlummert schon der nächste Frühling!
 
Orostachys iwarenge Rosetten im Spätsommer
Orostachys iwarenge Rosetten im Spätsommer
Orostachys im Winterkleid – nur noch das grüne Herz und Überwinterungsknospen sichtbar
Orostachys im Winterkleid – nur noch das grüne Herz und Überwinterungsknospen sichtbar

Frühling: Die Auferstehung

Sobald die Tage länger und die Temperaturen wieder über 10 °C klettern (meist ab März/April), passiert das kleine Wunder: Aus den unscheinbaren Knospen schieben sich plötzlich neue, frisch-grüne Rosetten – oft innerhalb weniger Wochen. Manche Arten bilden dabei auch zahlreiche Tochterpflanzen und wachsen zu dichten Polstern heran.

Was du im Winter unbedingt beachten solltest

  1. Nicht gießen! 
  2. Die braunen Blätter nicht entfernen – sie schützen die Knospen!
  3. Erst ab April/Mai langsam wieder ans Gießen gewöhnen, wenn du die ersten grünen-grauen Spitzen siehst.
Mein Tipp aus Erfahrung
 
Wer einmal eine „tote“ Orostachys im Frühjahr wieder explodieren sieht, wird diese Pflanzen lieben. Sie sind nicht nur extrem robust, sondern auch eine der wenigen Succulenten, die echten Winter draußen überstehen – und dabei noch diese faszinierende Metamorphose zeigen.Also: Wenn deine Orostachys gerade wieder aussieht wie auf dem unteren Foto – einfach Geduld haben und im Frühling staunen.
Sie kommt zurück. Versprochen! 🌱❄️➡️🌸
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orostachys japonica rosetten in sommer farbe

Orostachys pflegen

Die robusten Dunenröschen aus Asien

Orostachys, auch „Dunenröschen“ oder „Asiatische Dachwurz“ genannt, gehört zu den faszinierendsten winterharten Sukkulenten überhaupt. Die kleinen, filigranen Rosetten sehen aus wie eine Mischung aus Sempervivum und Sedum – sind aber noch genügsamer und absolut frosthart bis -20 °C.

Was macht Orostachys so besonders?

Die Gattung Orostachys gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und ist eng mit Sedum und Sempervivum verwandt. Der größte Unterschied: Viele Arten sind monokarp, d. h. eine Rosette blüht nur einmal spektakulär und stirbt danach ab – dafür bilden sie vorher massenhaft Kindel. In Asien wachsen sie auf felsigen Hängen, Dünen und sogar auf alten Dächern, daher der Name „Dunenröschen“.

Der perfekte Standort für Orostachys

Je mehr Sonne, desto besser! Orostachys liebt:

  • Vollsonnige Plätze (Südseite ideal)
  • Windige Ecken – sie trocknen schneller ab
  • Steingarten, Trockenmauern, Dachbegrünung, flache Schalen

Schatten? Fehltoleranz = null. Dann werden die Rosetten lang, dünn und verlieren ihre schöne Farbe.

Das richtige Substrat – mineralisch und durchlässig

Staunässe ist der einzige echte Feind. Deshalb nur mineralische Mischungen verwenden:

  • 60 % Bims, Lavagranulat oder Zeolith (2–4 mm)
  • 20–30 % hochwertige Sukkulentenerde
  • 10 % Quarzsand oder Perlite

Tipp: Viele Gärtner pflanzen sie pur in reinem Bims oder Splitt – funktioniert hervorragend!

Gießen und Düngen: Weniger ist wirklich mehr

Sommer: Erst gießen, wenn das Substrat komplett knochentrocken ist – meist alle 2–3 Wochen.
Winter (im Freien): Gar nicht gießen – Regen und Schnee reichen völlig.
Düngen: Maximal 1–2 Mal im Jahr (April + Juni) mit stark verdünntem Kakteendünger (¼ Dosierung). Zu viel Nährstoffe = lange, frostempfindliche Triebe.

Orostachys vermehren – kinderleicht

Die Pflanzen machen fast alles von allein:

  1. Kindel vorsichtig abziehen
  2. Einfach auf frisches, trockenes Substrat legen
  3. Nach 3–7 Tagen bewurzelt – fertig!

Samen (bei monokarpen Arten nach der Blüte) im Herbst/Winter kalt aussäen.

Winterhart bis -20 °C – Überwinterung draußen

Alle gängigen Arten sind in Deutschland und Österreich komplett winterhart. Schnee und Dauerfrost machen ihnen nichts aus. Einzig wichtig: Das Substrat darf nicht dauernd nass sein. Bei Topfkultur im Dauerregen einfach unter ein Vordach stellen.

Monokarpe Blüte – stirbt die Pflanze jetzt wirklich?

Ja – aber nur die blühende Rosette! Sie verwandelt sich vorher in einen bis zu 50 cm hohen Blütenstand mit hunderten kleiner Blüten und bildet davor unzählige Kindel. Die Kolonie lebt also weiter und wird sogar größer.

Die schönsten Orostachys-Arten für den Garten

  • Orostachys Japonica – Blätter rosuliert lanzettförmig bis subulat-lanzettförmig
  • Orostachys spinosa – stachelige, sehr kompakte Rosetten
  • Orostachys iwarenge (Syn. O. malacophylla var. iwarenge) – rosa-weiße Blüten, sehr wüchsig
  • Orostachys paradoxa – zahlreichen oberirdischen Triebe
  • Orostachys malacophylla – grüne Rosetten, ideal für Dachbegrünung
Orostachys mit blaugrauen Dunenröschen im Steingarten
Orostachys mit blau-grauen "Dunenröschen" im Steingarten
Orostachys Kindel vermehren einfach abziehen und neu einsetzen
Orostachys Kindel vermehren – einfach abziehen und neu einsetzen
Monokarpe Blüte von Orostachys spektakulär und einmalig
Monokarpe Blüte von Orostachys iwarenge – spektakulär und einmalig
Orostachys japonica in mineralischem Substrat perfekt drainierend
Orostachys in mineralischem Substrat – perfekt drainierend

Häufige Fragen zu Orostachys (FAQ)

Sind Orostachys winterhart?

Ja, alle gängigen Arten sind voll winterhart bis mindestens -20 °C, viele sogar bis -30 °C.

Warum stirbt meine Orostachys nach der Blüte?

Das ist normal bei monokarpen Arten. Die blühende Rosette stirbt ab, aber die vielen Kindel wachsen weiter.

Kann man Orostachys in normale Blumenerde pflanzen?

Nein – normale Blumenerde hält viel zu lange Feuchtigkeit und führt fast immer zu Fäulnis.

Wie schnell wachsen Dunenröschen?

Langsam bis mittelschnell. Eine Rosette braucht 2–4 Jahre bis zur Blüte, dafür vermehren sie sich stark durch Kindel.

Eignen sich Orostachys für Dachbegrünung?

Perfekt! Extrem trockenresistent, flach wachsend und absolut winterhart.

Mehr zur → Herkunft & Verbreitung von Orostachys findest du hier.

Wie du sie perfekt als → Herbstblüher mit Sempervivum kombinierst, liest du in diesem Beitrag

Bis bald, eure Maya. 🌿

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