Was macht Orostachys so besonders?
Die Gattung Orostachys gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und ist eng mit Sedum und Sempervivum verwandt. Der größte Unterschied: Viele Arten sind monokarp, d. h. eine Rosette blüht nur einmal spektakulär und stirbt danach ab – dafür bilden sie vorher massenhaft Kindel. In Asien wachsen sie auf felsigen Hängen, Dünen und sogar auf alten Dächern, daher der Name „Dunenröschen“.
Der perfekte Standort für Orostachys
Je mehr Sonne, desto besser! Orostachys liebt:
- Vollsonnige Plätze (Südseite ideal)
- Windige Ecken – sie trocknen schneller ab
- Steingarten, Trockenmauern, Dachbegrünung, flache Schalen
Schatten? Fehltoleranz = null. Dann werden die Rosetten lang, dünn und verlieren ihre schöne Farbe.
Das richtige Substrat – mineralisch und durchlässig
Staunässe ist der einzige echte Feind. Deshalb nur mineralische Mischungen verwenden:
- 60 % Bims, Lavagranulat oder Zeolith (2–4 mm)
- 20–30 % hochwertige Sukkulentenerde
- 10 % Quarzsand oder Perlite
Tipp: Viele Gärtner pflanzen sie pur in reinem Bims oder Splitt – funktioniert hervorragend!
Gießen und Düngen: Weniger ist wirklich mehr
Sommer: Erst gießen, wenn das Substrat komplett knochentrocken ist – meist alle 2–3 Wochen.
Winter (im Freien): Gar nicht gießen – Regen und Schnee reichen völlig.
Düngen: Maximal 1–2 Mal im Jahr (April + Juni) mit stark verdünntem Kakteendünger (¼ Dosierung). Zu viel Nährstoffe = lange, frostempfindliche Triebe.
Orostachys vermehren – kinderleicht
Die Pflanzen machen fast alles von allein:
- Kindel vorsichtig abziehen
- Einfach auf frisches, trockenes Substrat legen
- Nach 3–7 Tagen bewurzelt – fertig!
Samen (bei monokarpen Arten nach der Blüte) im Herbst/Winter kalt aussäen.
Winterhart bis -20 °C – Überwinterung draußen
Alle gängigen Arten sind in Deutschland und Österreich komplett winterhart. Schnee und Dauerfrost machen ihnen nichts aus. Einzig wichtig: Das Substrat darf nicht dauernd nass sein. Bei Topfkultur im Dauerregen einfach unter ein Vordach stellen.
Monokarpe Blüte – stirbt die Pflanze jetzt wirklich?
Ja – aber nur die blühende Rosette! Sie verwandelt sich vorher in einen bis zu 50 cm hohen Blütenstand mit hunderten kleiner Blüten und bildet davor unzählige Kindel. Die Kolonie lebt also weiter und wird sogar größer.
Die schönsten Orostachys-Arten für den Garten
- Orostachys Japonica – Blätter rosuliert lanzettförmig bis subulat-lanzettförmig
- Orostachys spinosa – stachelige, sehr kompakte Rosetten
- Orostachys iwarenge (Syn. O. malacophylla var. iwarenge) – rosa-weiße Blüten, sehr wüchsig
- Orostachys paradoxa – zahlreichen oberirdischen Triebe
- Orostachys malacophylla – grüne Rosetten, ideal für Dachbegrünung