
Wie entsteht die riesige Vielfalt bei Sempervivum? 🌱
Nach meinem letzten Beitrag zur Auswahl der richtigen Sempervivum-Sorte (Hauswurz oder Steinrose) habe ich ab und zu die Frage bekommen: „Warum spricht man bei über 7000 Sorten immer von ‚benannten‘ oder ‚Kultivaren‘, aber nie von offiziell registrierten?“ Und direkt dahinter: „Wie kann aus einer einzigen Aussaat so eine gigantische Vielfalt entstehen?“ Das sind super spannende Themen, die perfekt zur Sammelleidenschaft passen.
Bei Sempervivum gibt es so etwas nicht.
Früher (bis ca. Mitte der 1990er) übernahm die britische Sempervivum Society diese Aufgabe: Züchter schickten Namen, Beschreibungen und manchmal sogar eine Rosette ein, die Society prüfte und veröffentlichte offizielle Beschreibungen. Aber die Society existiert nicht mehr, und niemand hat die Rolle als ICRA übernommen.
Heute wird die Namensvergabe inoffiziell und community-basiert gehandhabt.
Dort werden neue Namen gemeldet, auf Doppelungen geprüft und mit Fotos dokumentiert. Viele Züchter orientieren sich daran, um Chaos zu vermeiden. Ähnlich gibt es internationale Foren oder Datenbanken wie Garden.org.
Fazit: Die oft genannte Zahl „über 7000 Sorten“ basiert auf diesen community-Listen – es sind benannte Kultivare, aber keine offiziell registrierten. Das macht die Sache etwas wilder, aber auch charmanter:
Sempervivum sind extrem hybridisierungsfreudig. Die meisten Kultivare sind Hybriden (Kreuzungen zwischen Arten oder anderen Kultivaren). Und genau das führt zu der explosiven Vielfalt:
- Leichte Kreuzbestäubung: Insekten (oder der Wind) bestäuben die Blüten mühelos. Wenn verschiedene Sorten nebeneinander blühen, entstehen automatisch gemischte Samen.
- Hohe genetische Variabilität: Aus einer einzigen Kapsel (oder einer kontrollierten Handbestäubung) keimen Hunderte Sämlinge – und fast jeder sieht anders aus! Farben (von Grün über Rot bis fast Schwarz), Rosettengröße, Behaarung, Spinnweb-Fäden usw. variieren stark.
- Selektion durch Züchter: Viele Sammler säen gezielt aus, beobachten die Sämlinge jahrelang und benennen nur die schönsten/stabilsten. So entstehen Jahr für Jahr neue Kultivare.
Beispiel: Eine Kreuzung aus einer roten und einer grünen Sorte kann Sämlinge mit allen Schattierungen dazwischen produzieren – plus unerwartete Effekte wie stärkere Behaarung oder ungewöhnliche Formen.
Er wird von Horst Diehm (Spitzname „Semperhorst“) gepflegt und ist auf seiner Website www.semperhorst.de zu finden (z. B. untergliedert nach Buchstaben A–Z).
Die sempervivum-liste.de existiert erst seit 15. Dezember 2009 (gestartet 2008 im Forum).
Der Diehmor ist deutlich älter – er wurde schon in den 1990er/2000er Jahren aufgebaut und war jahrelang die einzige wirklich umfassende Sammlung von Kultivar-Infos im deutschsprachigen Raum.
Selbst auf der sempervivum-liste.de wird Horst Diehm als wichtiger Züchter/Sammler erwähnt und der Diehmor als unverzichtbar bezeichnet.
Heute ergänzen sich beide super: Die sempervivum-liste.de ist moderner, community-basiert und hat mehr Fotos etc., aber der Diehmor bleibt ein Klassiker und eine echte Institution in der Hauswurz-Szene.
Falls du mal reinschauen möchtest: Direkt zur Titelseite geht’s hier lang: http://www.semperhorst.de/Diehmor%20Titelseite/Titelseite%20Diehmor.htm
