Teil 3: Jovibarba heuffelii – Meine große Liebe der Familie
Im Vergleich zu den „normalen“ Sempervivum, die ihren Nachwuchs meist an langen Ausläufern (Stolonen) produzieren, ist Heuffelii für mich der klare Gewinner: Sie wächst nicht so invasiv und unkontrolliert, sondern bleibt schön kompakt. Diese Sempervivum-Ableger „glotzen“ mit ihren kleinen „Kindeln“ (ihr wisst schon, diese niedlichen, aber hartnäckigen Rosetten an langen Stängeln) sogar in andere Töpfe oder Beete rüber – super für Naturliebhaber, aber für mich? Nee, das mag ich gar nicht, weil’s schnell chaotisch wird und ich lieber Ordnung habe. Und als Bonus: Heuffelii ist viel robuster bei Nässe und Hitze, was sie zur perfekten Alleskönnerin macht.
Was ist Jovibarba heuffelii – und warum sie mein Herz erobert hat
Die Jovibarba heuffelii, liebevoll „Heuffelii-Hauswurz“, „Jovi“ oder einfach „Heuffs“ genannt, stammt aus dem südöstlichen Europa (z. B. den balkanischen Bergen) und ist ein echter Schatz für kompakte Gärten. Ihre Rosetten wachsen bis zu 12 cm im Durchmesser – diese Stufe erreichen sie meist, wenn sie beginnen, Nachwuchs zu bilden. Es gibt aber auch kleinere Rosetten-Exemplare, sogar Minis, die nur 3 cm messen. Mit festen Blättern, die meist das ganze Jahr in verschiedenen Farbtönen präsent sind, überzeugen sie durch ihre wunderschönen eingefärbten Blätter mit einer sanften Wachsauflage. An den Spitzen sitzen kleine Blatt-Dornen, die manchmal auch bei bestimmten Sorten je nach Jahreszeit in Weiß, Rot oder einem gelb-grünen Schimmer erstrahlen.
Die Blattränder sind mal mehr, mal weniger behaart. Bei einigen Sorten können sich die feinen Härchen farblich anpassen und erscheinen wie die Spitzen in Gelb- oder Grüntönen. Die meisten besitzen jedoch weiße Härchen, die mal dichter, mal lockerer beieinanderstehen. Dadurch entsteht an den Rosetten ein schöner, heller Blattrandstreifen. Auch gibt es einige, die samtig behaart sind – viele Heuffelii-Sorten zeigen dieses Phänomen oft im Frühjahr bis zum Sommer und weichen dann wieder glatt ab, doch es gibt auch Sorten, die das ganze Jahr über sehr samtig sind, wie beispielsweise „Apache“. Manche Sorten haben Blatt-Unterstreifen, manche wiederum nicht, und manche – was eher selten ist – behalten diesen schönen Streifen das ganze Jahr über. Ein Anblick, der mich jedes Mal zum Lächeln bringt! Die Blüten sind zarte, glockenförmige Highlights in Gelb-Weiß (oder auch eher selten in reinem Weiß), die im Sommer (Juni bis August) erscheinen. Nicht übertrieben, sondern dezent elegant.
Der Vergleich: Heuffelii vs. klassische Sempervivum – Kompakt vs. Ausläufer-Chaos
| Aspekt | Sempervivum | Heuffelii |
|---|---|---|
| Rosetten-Größe | 3–20 cm, je nach Sorte durch Ausläufer | Bis 12 cm, flach & ordentlich |
| Blätter | weicher, farbig, nass-anfällig | Grün-bläulich, wachsbedeckt, robust |
| Blüten | Sternförmig, offen (Weiß/Gelb/Rosa/Pink, Juni–Sept.) | Glockenförmig, dezent (Gelb,seltener Weiß, Juni–Aug.) |
| Vermehrung | Stolonen mit „Kindel“- Ableger | Interne Rosetten-Teilung, loyal & kompakt |
| Wachstum | Invasiv, Mutter stirbt nach Blüte | Langsam, kompakt; Mutter bleibt manchmal erhalten |
| Robustheit | Trockenheitsfest, empfindlich bei Nässe/Hitze | Stark gegen Nässe/Hitze, ganzjährig farbig |
| Wurzel | tief & ausladend | Dick, kurz verzweigt/gelappt, stabil |
| Habitat | Alpen-Felsen, kalkreich | Südosteuropa, sonnige Felsen |
Pflege-Tipps: Heuffelii im Rampenlicht (mit Sempervivum-Hinweisen)
Als Heuffelii-Fan pflege ich sie mit Hingabe, aber minimal – sie ist robuster als Sempervivum, besonders bei Nässe und Hitze. Für den Standort wähle ich Vollsonne. Der Boden muss durchlässig und mager sein – eine Mischung aus Sand, Kies und Perlit mit etwas Kompost ist ideal; manche Heuffs mögen Kalk (z. B. Dolomit). Beim Gießen gehe ich sparsam vor: Lass die Erde komplett trocknen (1–2 Wochen), Heuffs erholt sich von Fehlern schneller als Sempervivum. Düngen reicht einmal im Frühling mit Kakteendünger. Zur Vermehrung: Ich lasse sie einfach wachsen, denn sobald sich die Rosetten eigenständig gebildet haben, lösen sie sich, ganz von allein von der Mutterpflanze. Heuffelii gehören grundsätzlich ebenfalls zu den Monokarpen, jedoch bestätigen Ausnahmen die Regel. Ich habe bereits mehrfach einzelne Rosetten beobachtet, die zwar blühten, aber trotz allem weiteren Nachwuchs bildeten. Dies scheint unter anderem von der Größe des Wurzelstocks abzuhängen. Aus diesem Grund teile ich die Pflanzen inzwischen nicht mehr mit dem Messer. Diesen Fehler habe ich anfangs häufig gemacht, da man es oft so empfohlen bekommt. Dabei kommt es jedoch häufig vor, dass die frisch geschnittene Rosette blühen möchte. Manchmal gelingt eine Rettung, leider aber nicht immer. Daher lasse ich die Pflanzen wachsen, bis sie sich von selbst teilen. Das dauert zwar länger, da sie ohnehin langsam wachsen. Zu diesem Thema werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem weiteren Beitrag mehr berichten.
Bei Problemen wie Blattläusen fördert eine gute Luftzirkulation die Pflanzengesundheit, ebenso wie der Einsatz von Seifenspray. Heuffs ist besonders hitze- und feuchtigkeitsresistent schließt Lücken zuverlässig und sorgt für eine ordentliche, harmonische Bepflanzung – pure Freude!
Fazit: Heuffelii für Ordnungsliebhaber, Sempervivum für Abenteurer

