Tuberkel & Warzen

Tuberkel & Warzen

Warzen bei Hauswurzen – Was sind diese Beulen auf Sempervivum-Blättern wirklich?

Viele Sempervivum-Fans entdecken irgendwann seltsame Beulen oder „Warzen“ auf den Blättern ihrer Pflanzen. Sind das Krankheitssymptome – oder etwas ganz Besonderes? In diesem Wissensbeitrag kläre ich Dir, wie diese Tuberkel entstehen und warum sie bei manchen Sorten besonders stark ausgeprägt sind.

Was sind Tuberkel botanisch gesehen?

Die sogenannten „Warzen“ werden fachsprachlich Tuberkel (engl. tubercles) genannt. Sie entstehen durch eine lokale Hyperplasie (vermehrte Zellteilung) und Hypertrophie (stärkere Zellvergrößerung) im wasserspeichernden Parenchym des Blattes. Das Gewebe wölbt sich dadurch nach außen, ohne dass die Pflanze geschädigt wird.
Beispiel: Sempervivum ‘Amenophis III’ (Erwin Geiger)
Amenophis-III
Amenophis-III-Ableger

Unterschiede zwischen den Sorten

  • ‘Amenophis III’: Frühe, stabile und starke Ausprägung der Tuberkel.
  • ‘Rita Jane’: Meist nur bei älteren Rosetten und nicht immer – das Merkmal ist schwächer verankert und umweltabhängiger.
Auch bei selbst gezogenen Sämlingen (z. B. aus Kreuzungen mit ‘Rita Jane’) kann das Merkmal plötzlich stärker hervortreten.

 

Ist es ein Problem für die Pflanze?

Nein. Die Tuberkel sind ein natürliches morphologisches Merkmal und kein Zeichen von Stress oder Krankheit (im Gegensatz zu Ödemen oder Pilzbefall). Viele Sammler schätzen genau diese „warzigen“ Exemplare wegen ihres besonderen Charakters.

Mehr dazu
In einem weiteren Beitrag berichte ich ausführlich über meine ‘Amenophis III’ und zwei spannende Sämlinge aus 2021 (Mutter: Sky Rockoon, mögliche Kreuzung mit Rita Jane).
Zum Beitrag: Amenophis III und meine warzigen Sämlinge