Wellige Mutationen und ihre Magie – Cristate Formen bei Sempervivum
Kennst du das Gefühl, wenn eine eigentlich „normale“ Rosette plötzlich beschließt, Kunstwerk zu werden? Genau das passiert bei Cristaten (fascierten) Sempervivum. Die Wachstumsspitze mutiert, das Meristem teilt sich nicht mehr rund, sondern linear oder flächig – heraus kommen Wellen, Kämme oder Fächer.
Was macht Cristate so besonders?
• Einzigartiges, skulpturales Aussehen – jede Pflanze ist ein Unikat
• Fangen durch die vergrößerte Oberfläche mehr Licht ein (evolutionärer Vorteil!)
• Bei manchen Sorten überraschend stabil und blühfreudig – ja, viele cristate Sempervivum blühen sogar leichter und öfter als normale Formen!
• Vegetativ gut vermehrbar → die bizarre Form bleibt bei Nachwuchs Rosetten oft erhalten
• Fangen durch die vergrößerte Oberfläche mehr Licht ein (evolutionärer Vorteil!)
• Bei manchen Sorten überraschend stabil und blühfreudig – ja, viele cristate Sempervivum blühen sogar leichter und öfter als normale Formen!
• Vegetativ gut vermehrbar → die bizarre Form bleibt bei Nachwuchs Rosetten oft erhalten
Wie entstehen sie?
Cristate sind somatische Mutationen (nur im Gewebe, nicht im Erbgut der Samen). Typische Trigger:
intensive Sonne / UV-Stress
leichter Frost oder Temperaturschock
mechanische Verletzung oder Hormonungleichgewicht Manche Sorten sind geradezu prädestiniert – allen voran ‚Moby Dick‘ und ‚Pfälzer Igel‘.
Die Stars unter den cristaten Sempervivum
- ‚Moby Dick‘ → der absolute Cristate-König! Oft wellige oder mehrköpfige Monster, teilweise extrem stabil und blühwillig
- ‚Pfälzer Igel‘ → behaarte, igelartige Rosetten, die unter Vollsommer gern kammförmig verzweigen
- ‚Bedivere‘ → korallenrot und kronenartig, wunderschön im Steingarten
- Fuzzy Wuzzy→ winzige, netzartige Wellen – ein Klassiker
- Und viele mehr – fast jede robuste Sorte kann überraschen!
Stabil oder nicht? Die Wahrheit
Ja, viele cristate Formen wandeln sich nach ein paar Jahren wieder zurück – aber:
→ Bei vegetativer Vermehrung (Ableger abtrennen) bleibt die Mutation meist erhalten
→ Besonders ‚Moby Dick‘-Cristaten sind oft erstaunlich stabil und werden mit der Zeit sogar robuster
→ Viele Sammler berichten: Ihre cristaten Pflanzen blühen zuverlässig und bilden Jahr für Jahr neue bizarre Ableger
→ Bei vegetativer Vermehrung (Ableger abtrennen) bleibt die Mutation meist erhalten
→ Besonders ‚Moby Dick‘-Cristaten sind oft erstaunlich stabil und werden mit der Zeit sogar robuster
→ Viele Sammler berichten: Ihre cristaten Pflanzen blühen zuverlässig und bilden Jahr für Jahr neue bizarre Ableger
Pflegetipps für stabile Cristate
- Volle Sonne (triggerte früher die Mutation und hält sie stabil)
- Durchlässiges, mineralisches Substrat
- Sparsam gießen, Staunässe vermeiden
- Im Winter trocken und hell halten
- Mutierte Ableger früh erkennen und separat topfen
Wenn die Hauswurz beschließt, Kunst zu machen… 

Röhrenförmige Cristate – der absolute Wahnsinn!
Neben den klassischen welligen Kämmen und Fächern gibt es bei Sempervivum auch die extrem seltenen röhrenförmigen (tubulären) Cristate-Formen – und die sind tatsächlich fast ausschließlich bei ohnehin schon röhrenblättrigen Sorten möglich.
Hier wächst die Rosette – manchmal mit mehreren Öffnungen oder wie ein kleines Korallenriff.Diese Form ist besonders bei bestimmten ‚Moby Dick‘ und ‚Red Oddity‘ Sämlingen und deren Nachzuchten zu finden und oft erstaunlich stabil. Viele meiner eigenen Züchtungen haben genau diesen „Tube-Look“ entwickelt. Ein echtes Sammler-Highlight – wer einmal eine perfekte Röhre hat, gibt sie nie wieder her!
Woher bekommen?
- Spezialgärtnereien (semper-vivum.de, sempervivumgarten.de)
- Etsy & eBay Kleinanzeigen
- Tauschbörsen und Facebook-Gruppen – oft gehen echte Schätze für 8–20 € weg
Fazit
Cristate Formen sind der lebende Beweis, dass Sempervivum nie langweilig werden. Sie sind nicht nur wunderschön und skulptural, sondern bei Sorten wie ‚Whirl I Gig‘ auch erstaunlich stabil und blühfreudig. Wer einmal eine richtig schöne, wellige Mutation im Topf hatte, will nie wieder ohne!

