Switch zu Jovibarba

Switch zu Jovibarba

Mein verhängnisvoller Einstieg in die heuffelii-Welt – oder: Wie eine glatte ‚Flodder‘ mich zur flauschigen Sucht führte

Es war wieder Herbst, die Zeit, in der in den Sempervivum-Gruppen die Angebote wie Unkraut sprießen. Ich fühlte mich inzwischen fast wie ein alter Hase: Ich kaufte nur noch bei den zwei bewährten, seriösen Shops und bei Sammlern, die meiner Meinung nach extrem akribisch arbeiten. Selbstgefällig dachte ich: „Jetzt hab ich das im Griff.“
 
Weit gefehlt.
 
In einem dieser verlockenden Sets tauchte plötzlich eine Jovibarba heuffelii ‚Flodder‘ auf. Ich hatte zwar schon ein paar glatte, klassische heuffelii aus vertrauenswürdigen Quellen, aber dieser Name… Flodder? Wie diese legendär chaotische Familie aus dem Kultfilm? Die Pflanze hat mich direkt angelächelt und geflüstert: „Komm schon, du Trottel, du willst mich doch.“
 
Keine drei Sekunden später war ich hoffnungslos verliebt.
 
Zuerst dachte ich, das wäre es – eine coole, glatte heuffelii mit trashigem Namen. Aber dann ging’s erst richtig los. Ich recherchierte monatelang besessen und landete schließlich beim „Diehmor“, diesem mythischen, uralten Lexikon der Jovibarba heuffelii. Das Teil ist älter als das World Wide Web, dicker als ein altes Telefonbuch und randvoll mit Namen, die jeden normalen Menschen um den Verstand bringen: Goldfingers, Flocki, Rauhfaser, Hot Pants, Barba di Frate, Schneekönigin, Fanfare…
Und da sah ich es: Es gibt von heuffelii unzählige Sorten, die richtig flauschig, samtig und behaart sind! Je puscheliger, desto besser. Plötzlich wirkten alle glatten Varianten – inklusive meiner neuen ‚Flodder‘ – fade und öde. Ich entwickelte einen ausgewachsenen Flausch-Fetisch.
 
Um nicht komplett bankrott zu gehen (noch bankrotter als sowieso schon), brauchte ich Regeln. Also legte ich fest:
 
Nur Sorten, deren Name mich emotional packt (alles mit Flodder, Flausch, Barba, Puschel oder diesem trashigen 80er-Vibes). Und ausschließlich die echt samtig-behaarten Exemplare. Die glatten können meinetwegen wo der Pfeffer wächst.
Wochenlang hockte ich abends vor dem PC, wälzte den Diehmor, machte Screenshots, pflegte Listen und murmelte mantramäßig: „Lilofee… ja, bitte. Rauhreif… oh ja, unbedingt. Hot Lips… hier, nimm mein ganzes Geld!“ Meine Augen wurden viereckig, mein Konto tiefrot, und nachts murmelte ich im Schlaf „heuffelii“.
 
Ein Jahr später, dominierte meine Sammlung lauter flauschige, behaarte Kugeln un Tuffs. Ich habe mehr puschelige Bälle als ein Disco-Friseur aus den 70ern. Meine Wunschliste steht immer noch bei 127 Einträgen – und sie wächst, statt zu schrumpfen.
 
Ich bin rettungslos verloren. Aber selig dabei.
 
Hier erstmal die Auslöserin – die glatte Jovibarba heuffelii ‚Flodder‘ (oder ähnliche aus der Serie):
 
Und hier die wahren Verführer – die flauschigen, behaarten heuffelii-Sorten, die mich endgültig ruiniert haben:
#JovibarbaJunkie #HeuffeliiFlauschGang #FlodderForever #DiehmorRuiniertLeben