
Teil 4: Jovibarba × nixonii – Der kompakte Star der Familie
Die Entstehung:
Die Geschichte ist geprägt von Visionären:
Sie ehrt Dr. C. W. Nixon (USA), der in den 1970er/80er Jahren mit Massenpflanzungen und Bienenbestäubung experimentierte und Hybride wie ‚Fandango‘ (1972, aus J. heuffelii-Linien) schuf. Seine Arbeit floss in × nixonii ein und popularisierte solche Mixe. Edward „Crazy Ed“ Skrocki (1930–2010, Ohio/USA) steigerte das mit TV-Auftritten und Saatgärten: 1982 züchtete er Pionierkreuzungen wie HH3, HH4 und HH10, die die Härte der Eltern betonten und Basis für Varianten wurden.
In Europa übernahm Ben J.M. Zonneveld (NL, *1940, Botaniker in Leiden) ab 1983:Er kreuzte intensiv und schuf Klassiker wie ‚Arjan‘ (1983: J. sobolifera ‚NVD‘ × J. heuffelii ‚Bronze Ingot‘), ‚Jowan‘ (1983: J. sobolifera × J. heuffelii ‚Bronze Ingot‘) Weitere: ‚Libra‘ (1997, J. heuffelii) und ‚Brandaris‘ (1986, J. heuffelii). Cornelis Versteeg (NL), Spezialist für × nixonii, steuerte über 185 Taxa bei – darunter ‚Flovo‘ (2007: olivgrün mit roten Spitzen) und ‚Sandy‘ (1985).
Diese Pioniere haben × nixonii zu einem Kultivar-Schatz gemacht – danke für den Erbe!
Merkmale und Unterschiede zu den Elternarten
J. × nixonii verbindet das Beste: Rollende „Küken“ von Globiferum (Teil 2) mit der wachsigen Ornamentik von Heuffelii (Teil 3). Fleischige, oft fransige Blätter verfärben sich herbstlich rot-violett, Blüten sind gelb-grün und glockenförmig (nicht sternförmig wie Sempervivum).
Vermehrung:
Schnell via eingebettete Ableger; monokarp. Der Kreuzungsrichtung-Effekt zeigt sich subtil: Bei Heuffelii als Mutter mehr Farbstabilität, bei Roller als Mutter dynamischere Vermehrung.
Ein Vergleich zur Hybrid-Magie:
| Merkmal | Jovibarba globiferum (Teil 2) | Jovibarba heuffelii (Teil 3) | J. × nixonii (Hybride) |
|---|---|---|---|
| Rosettengröße | 3–5 cm, fransig, grün-rötlich | Bis 12 cm, flach & ordentlich | 3–6 cm, hybridfarbig (grün-rot) |
| Blüten | Röhrig-glockenförmig,geschlossen,meist weißlich-gelb mit 6–12 Petalen, gefranst und gekielt (5–7 Blätter) | Glockenförmig, dezent (Gelb,seltener Weiß, Juni–Aug.) | Gelb-grün, kompakt-glockenförmig |
| Vermehrung | Ableger an kurzen,fadenförmigen Stolonen oder direkt in der Rosette; Jungpflanzen rollen sich ab und „wandern“ weg | Interne Rosetten-Teilung | Mischform: eingebettet |
| Färbung | Oft mit feinen Franzen an den Blattseiten,spitz zulaufend,rotbraune Spitzen,teils behaart | Grün-bläulich, wachsbedeckt, robust | je nach Sorte ,Intensiv rot im Winter, olivgrün im Sommer |
Bekannte Kultivare im Überblick
- ‚Sandy‘ (Ben J.M. Zonneveld, 1985): Grün-herzig mit roten Spitzen – kompakt, Globiferum-Mutter-Einfluss dominant.
- ‚Feuerrad‘ (Züchter unbekannt, NL/USA): Feurig rot-grün, ein Sommer-Feuerwerk – stark für dynamische Matten.
- ‚Flovo‘ (Cornelis Versteeg, 2007): Olivgrün mit roten Spitzen – robust und elegant, globiferum-Einfluss.
- ‚Jowan‘ (Zonneveld, 1983): Bronzeige Nuancen aus ‚Bronze Ingot‘-Linie – Heuffelii × sobolifera, farbstabil.
- ‚Arjan‘ (Zonneveld, 1983): Aus ‚NVD‘ × ‚Bronze Ingot‘, intensiv farbig – perfekt für Experimentierer.
Pflege: Einfach wie bei allen Jovibarba – "wohlwollend vernachlässigbar"
Wie ihre Eltern aus Teil 2 (Globiferum) und Teil 3 (Heuffelii) ist × nixonii unkompliziert – ideal für Busy-Gärtner:
- Standort: Vollsonne, trockene, Spots (Steingarten oder Mauerfuge).
- Boden: Dränierend – Kompost + Sand/Vermiculit; Kies-Mulch verhindert Staunässe.
- Gießen: Trockenheitsheldin; Sommer: 2–3x monatlich, Erde immer austrocknen lassen.
- Düngen: Minimal; Frühling: Leichtes Knochenmehl oder Kakteendünger.
- Winter: überwintert easy unter Schnee.
- Nachsorge: Abgeblühte Rosetten ziehen – Küken übernehmen automatisch.
