Transposons – Die springenden Gene hinter den Mutationen
Sie sind die heimlichen Regisseure vieler verrückter Sempervivum-Formen: Transposons (auch „springende Gene“ genannt). Diese kleinen DNA-Stücke können sich selbst kopieren und an anderer Stelle im Erbgut wieder einfügen – und dabei Gene ausschalten, verändern oder aktivieren.
Wer hat sie entdeckt?
Barbara McClintock – sie bekam 1983 dafür den Nobelpreis. Bei Mais entdeckte sie, wie Transposons bunte Streifen und Muster erzeugen. Genau dasselbe Prinzip steckt hinter vielen unserer Lieblingssports!
Barbara McClintock – sie bekam 1983 dafür den Nobelpreis. Bei Mais entdeckte sie, wie Transposons bunte Streifen und Muster erzeugen. Genau dasselbe Prinzip steckt hinter vielen unserer Lieblingssports!
So funktioniert das Springen (vereinfacht):
Normales Genom: A–B–C–D–E
Transposon: [T]
→ nach dem Sprung: A–B–[T]–C–D–E
Normales Genom: A–B–C–D–E
Transposon: [T]
→ nach dem Sprung: A–B–[T]–C–D–E
Das kann passieren, während die Pflanze wächst – plötzlich ist eine Rosette ganz anders!Was bewirken Transposons bei Sempervivum?
Effekt | Was passiert genetisch? | Typisches Beispiel bei Hauswurzen |
|---|---|---|
Gen ausschalten | Ein wichtiges Gen wird blockiert | → komplett weiße (chlorophyllfreie) Rosetten/Ableger |
Gen verändern | Die Bauanleitung wird umgeschrieben | → cristate Formen, röhrenförmige Blätter (‚Cthulhu‘) |
Gen aktivieren | Ein stillgelegtes Gen wird wieder an | → plötzliche intensive Panaschierung oder neue Farbe |
Rücksprung (Exzision) | Das Transposon springt wieder heraus | → Mutation verschwindet, Rosette wird wieder „normal“ |
Bekannte Sempervivum-Beispiele, an denen Transposons stark beteiligt sind oder vermutet werden:
- ‚Fantasy‘ → monströse, zapfenartige Wuchsform
- ‚Moby Dick‘ & ‚Cthulhu‘ → röhrenförmige + cristate Varianten
- Viele panaschierte/goldene Sorten (z. B. ‚Gold Nugget‘, ‚Cebenese Gold‘)
- Plötzlich auftretende und wieder verschwindende weiße Streifen
Warum sind Transposons so wichtig für uns Sammler?
Weil sie erklären, warum viele Mutationen so wunderbar unberechenbar und reversibel sind. Ein Transposon kann jederzeit wieder herausspringen – und schwupps, die schöne Form ist weg (oder kommt zurück!). Gleichzeitig sind sie der Grund, warum ständig neue, nie gesehene Sports auftauchen.
Weil sie erklären, warum viele Mutationen so wunderbar unberechenbar und reversibel sind. Ein Transposon kann jederzeit wieder herausspringen – und schwupps, die schöne Form ist weg (oder kommt zurück!). Gleichzeitig sind sie der Grund, warum ständig neue, nie gesehene Sports auftauchen.
Fazit
Transposons sind die kleinen Chaos-Künstler im Erbgut unserer Hauswurzen. Ohne sie gäbe es keine plötzlichen Überraschungen, keine neuen Namenssorten und viel weniger Spaß beim Sammeln. Sie sind der Beweis: Unsere Sempervivum sind lebendige Evolution im Zeitraffer – und wir dürfen live dabei zusehen.
Transposons sind die kleinen Chaos-Künstler im Erbgut unserer Hauswurzen. Ohne sie gäbe es keine plötzlichen Überraschungen, keine neuen Namenssorten und viel weniger Spaß beim Sammeln. Sie sind der Beweis: Unsere Sempervivum sind lebendige Evolution im Zeitraffer – und wir dürfen live dabei zusehen.
Im nächsten (und letzten) Teil: Weiße Ableger – warum sie so schön sind und trotzdem fast immer sterben müssen.
Beitrag von Yvonne • Sempervivum-Sammler & Experimentator
Dokumentiert am 25. November 2025
Dokumentiert am 25. November 2025

