
Sempervivum Substrat: Warum ich vom Vulkatec Vulkamineral zum Kleeschulte gewechselt bin – und es bereue
Lange Zeit habe ich meine Sempervivum mit Vulkatec Vulkamineral (50000254M) bepflanzt. Es ist 100 % mineralisch, trocknet extrem schnell ab und Moos hatte so gut wie keine Chance. Ich war eigentlich sehr zufrieden damit.
Dann habe ich in verschiedenen Sempervivum-Communities immer wieder gelesen, dass das Kleeschulte Dachsubstrat das bessere oder sogar „optimale“ Substrat für Outdoor-Topfkultur sei. Viele haben es stark empfohlen. Also habe ich den Wechsel gewagt und bin vom Vulkamineral auf das Kleeschulte Dachsubstrat umgestiegen.
Tja… das war mal wieder der beste Beweis, dass man nicht alles glauben sollte, was in der Community so empfohlen wird.
Meine ehrliche Erfahrung mit dem Kleeschulte Dachsubstrat
Was mich direkt zu Beginn überrascht hat: Wie viel Sand tatsächlich im Kleeschulte Dachsubstrat enthalten ist. Es fühlt sich deutlich sandiger und feinkörniger an, als ich erwartet hatte.
In der Praxis hat sich das leider bemerkbar gemacht:
- Die Oberfläche bleibt nach Regen oder Gießen länger feucht als beim Vulkamineral.
- Es hat sich relativ schnell starkes Moos gebildet – deutlich mehr als früher.
- Das Substrat wirkt insgesamt weniger luftig und durchlässig in den Töpfen.
Das Kleeschulte Dachsubstrat ist nicht grundsätzlich schlecht. Es ist günstiger und ich nutze Fertigsubstrate generell nur auf die Schnelle, wenn ich gerade keine Zeit oder keine Komponenten zu Hause habe, um meine eigene Substratmischung anzurühren.
Direkter Vergleich: Vulkatec Vulkamineral vs. Kleeschulte Dachsubstrat
- Vulkatec Vulkamineral: 100 % mineralisch (Lava + Bims), extrem gute Drainage, trocknet blitzschnell ab, kaum Moos, sehr mager. Etwas teurer.
- Kleeschulte Dachsubstrat: Mineralisch mit Rindenhumus und relativ hohem Sandanteil. Günstiger, aber anfälliger für Moos und fühlt sich in Töpfen „erdiger“ und weniger luftig an.
Nach ein paar Monaten mit dem Kleeschulte-Substrat tendiere ich stark dazu, wieder zurück zum Vulkatec Vulkamineral zu wechseln – oder zumindest wieder richtig zu mischen.
Meine aktuelle Empfehlung für Sempervivum in Töpfen
Wenn ihr eure Hauswurzen ganzjährig in Töpfen (in meinem Fall 9×9 oder 15×15) haltet, gilt für mich folgendes:
- Am besten ist eine selbstgemischte Substratmischung, die man auf den eigenen Standort abstimmen kann.
- Fertigsubstrate (wie Kleeschulte oder Vulkamineral) nutze ich nur, wenn es mal schnell gehen muss und ich keine Komponenten zu Hause habe.
- Wichtig sind in jedem Fall: Sehr gute Drainage, wenig organischer Anteil und eine dicke Bekiesung der Oberfläche (2–4 cm Lavasplitt oder grober Kies).
Das Kleeschulte-Substrat kann mit starker Bekiesung und guter Drainage ganz okay funktionieren, ist aber bei mir nicht die erste Wahl.
Wer wirklich pflegeleichte Töpfe mit wenig Moos haben möchte, ist mit einem rein mineralischen Substrat wie dem Vulkamineral meist besser bedient – oder noch besser mit einer eigenen Mischung.
Mehr zum Thema, welche Anforderungen ein gutes Sempervivum Substrat erfüllen sollte und wie man eine gute Substratmischung selbst zusammenstellt, findest du in meinem ausführlichen Ratgeber:
→ Sempervivum Substrat Ratgeber: Mineralisch, Drainage & Moos vermeiden
