
Blattläuse bei Sempervivum: Der Grund für Ameisen und die besten Gegenmaßnahmen
Wer Sempervivum (Hauswurz) liebt, kennt das Phänomen: Plötzlich wimmelt es nur so von Ameisen zwischen den Rosetten. Viele Gärtner erschrecken und denken, die Ameisen würden der Pflanze schaden. In den meisten Fällen ist das Gegenteil der Fall – die Ameisen sind nur ein deutliches Symptom für ein anderes Problem.
Ameisen + Sempervivum = meist Blattläuse
Ameisen „melken“ Blattläuse wegen des zuckerhaltigen Honigtaus, den die Läuse ausscheiden. Sie schützen die Läuse sogar aktiv vor natürlichen Feinden wie Marienkäfern. Die Ameisen selbst schaden der Sempervivum in der Regel nicht direkt. Die eigentlichen Schädlinge sind die Blattläuse (meist schwarz oder grün), die Pflanzensaft saugen und die robusten Sukkulenten langfristig schwächen können.
Warum trifft es gerade Sempervivum so oft?
Hauswurzen sind zwar extrem robust, aber Blattläuse lieben:
- Geschützte Stellen in dichten Rosetten
- Gestresste Pflanzen (zu feucht, zu stickstoffreich, zu wenig Luftzirkulation)
- Geschwächte Exemplare
Sobald Läuse da sind, folgen die Ameisen fast immer.
Was du jetzt tun kannst – Schritt für Schritt
1. Blattläuse mechanisch entfernen (wichtigster Schritt!)
- Stark mit einem Gartenschlauch oder einer Druck-Sprühflasche abspritzen. Blattläuse halten sich schlecht fest.
- Bei kleineren Pflanzen: Mit den Fingern abstreifen oder stark befallene Blätter/Rosetten abschneiden.
- Danach die Pflanze gut abtrocknen lassen – Sempervivum hassen Staunässe.
- Seifenlauge: Eine einfache und sehr wirksame Lösung ist eine Seifenlauge aus Schmierseife oder mildem Spülmittel (1–2 EL auf 1 Liter Wasser). Mehrmals sprühen, besonders die Unterseiten der Blätter gut benetzen.
- Schwarze Seife (Savon Noir): Besonders empfehlenswert ist die originale schwarze Seife. Sie ist pflanzenverträglich und zeigt bei Sempervivum sehr gute Ergebnisse.
Mehr dazu in meinem ausführlichen Beitrag:
Schwarze Seife bei Sempervivum – Natürliche Blattlausbekämpfung mit Marius Fabre Savon Noir - Neemöl oder Brennnesselbrühe – ebenfalls sehr wirksam und schonend.
- Isopropylalkohol (70 %) verdünnt auftragen (Vorsicht bei direkter Sonne – kann Blattverbrennungen verursachen!).
Sobald die Blattläuse weg sind, verschwinden die Ameisen meist von allein.
Falls sie weiterhin stören:
Falls sie weiterhin stören:
- Barrieren aus Diatomeenerde, Kalk oder Ameisenpulver um die Töpfe streuen.
- Nester im Garten nicht unnötig bekämpfen – Ameisen sind nützliche Bodenhelfer.
Vorbeugung – So bleibt es künftig ruhig
- Gute Luftzirkulation zwischen den Rosetten schaffen
- Nicht zu nass gießen und sparsam düngen (Sempervivum lieben magere, gut drainierte Erde)
- Pflanzen nicht zu eng setzen
- Nützlinge fördern: Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer fressen Blattläuse
Wann wird es kritisch?
Bei starkem Befall können die Rosetten verunstaltet werden und die Pflanze deutlich geschwächt sein. In solchen Fällen stark befallene Pflanzen isolieren oder notfalls entsorgen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Viel Erfolg – das lässt sich meist gut ohne harte Chemie in den Griff bekommen! 
